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Veränderung ist leicht. Mitarbeitende mitzunehmen ist die eigentliche Arbeit.


Vor ein paar Tagen saß ich wieder mit einem Kunden zusammen, mit dem ich seit einigen Jahren immer wieder arbeite.

Ich begleite ihn als Sparringspartner für Strategie, Führung und manchmal auch als berufsmäßiger Schwarzmaler.


Ich spiele den Advocatus Diaboli – also denjenigen, der bewusst widerspricht.

Ich stelle die unangenehmen Fragen.

Ich suche Risiken.

Ich überlege mit ihm, welche Auswirkungen Entscheidungen haben könnten.

Und genau deshalb arbeite ich so gerne mit ihm.


Denn dieser Unternehmer besitzt eine Fähigkeit, die ich nur selten sehe.

Er riecht Veränderungen.

Während andere noch diskutieren, erkennt er schon, wohin sich sein Markt entwickeln wird.

Er beobachtet Kunden, Wettbewerber, Technologien und gesellschaftliche Entwicklungen mit einer beeindruckenden Wachsamkeit.

Veränderung ist für ihn kein Problem.


Fast könnte man sagen:

Veränderung gehört zu seinem Denken.

 

Genau deshalb entstehen ständig neue Ideen.

Neue Produkte.

Neue Prozesse.

Neue Wege.

Unsere Gespräche sind manchmal ein Feuerwerk.


Bis ich irgendwann gesagt habe:

"Pass auf, dass deine Mannschaft bei deinem Tempo nicht seekrank wird."

Da wurde es kurz still.

 

Es gibt Unternehmer, die lieben Veränderung.

Und dann gibt es Unternehmer, die verändern erst etwas, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht.

Beides kann funktionieren.

Beides kann grandios scheitern.

 

Der Unternehmer ist oft schon drei Kurven weiter

Viele Unternehmer glauben, ihre Aufgabe sei es, den Betrieb möglichst effizient zu führen.

Das stimmt nur zur Hälfte.


Der Psychologe und Organisationsforscher Prof. Dr. Peter Kruse beschreibt den Unterschied zwischen Manager und Unternehmer wunderbar einfach.

Der Manager sorgt dafür, dass das bestehende System möglichst gut funktioniert.

Der Unternehmer beschäftigt sich damit, wie das Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich bleibt.


Das bedeutet:

Er beobachtet den Markt.

Er erkennt Veränderungen.

Er trifft Entscheidungen, bevor sie für alle anderen offensichtlich werden.


Genau das macht erfolgreiche Unternehmer erfolgreich.

Und gleichzeitig entsteht dadurch ein Problem.


Nimm dein Team mit auf deine (Veränderungs-)Reise!
Nimm dein Team mit auf deine (Veränderungs-)Reise!

Während der Chef schon angekommen ist, stehen viele Mitarbeitende noch am Start.

Der Unternehmer hat die Idee oft schon wochenlang oder monatelang im Kopf.

Er hat sie gedanklich ausprobiert.

Er hat Risiken abgewogen.

Er hat Chancen gesehen.

Er ist innerlich längst überzeugt.


Dann stellt er sich vor sein Team und sagt:

"Ab nächster Woche machen wir alles anders."

Für ihn ist das der letzte Schritt.

Für die Mitarbeitenden ist es der erste.

Genau dort beginnen viele Veränderungen zu scheitern.

Nicht weil die Idee schlecht wäre.

Sondern weil Menschen Zeit brauchen.


Jedes Unternehmen sucht Stabilität.

Peter Kruse erklärt das in seinem Vortrag mit einer Einfachheit, die ich liebe. [Video eingebettet]

Prof. Dr. Peter Kruse - "Alle Systeme versuchen stabile Zustände zu erreichen" - 6:07 Minuten

Menschen mögen Sicherheit.

Teams mögen Sicherheit.

Unternehmen mögen Sicherheit.


Ein funktionierendes System versucht immer, wieder in einen stabilen Zustand zu kommen.

Deshalb fühlt sich Veränderung fast immer anstrengend an.

Nicht weil sie falsch wäre.

Sondern weil unser Gehirn zunächst versucht, am Bekannten festzuhalten.

Das gilt übrigens für Familien genauso wie für Unternehmen.


Veränderung: es muss zuerst anstrengend werden, damit es später leichter wird.

Diesen Satz sage ich in Workshops regelmäßig.

Und jedes Mal sehe ich zustimmendes Nicken.


Veränderung kostet Energie.

Neue Abläufe kosten Konzentration.

Neue Rollen erzeugen Unsicherheit.

Neue Verantwortungen fühlen sich ungewohnt an.

Das gehört dazu.


Viele Unternehmer interpretieren genau diese Phase falsch.

Sie glauben, Widerstand sei ein Zeichen dafür, dass die Veränderung schlecht ist.

Oft zeigt Widerstand nur, dass gerade wirklich etwas in Bewegung kommt.


Mein Kunde hat genau das verstanden.

In unserem Gespräch ging es plötzlich gar nicht mehr um Strategien.

Es ging um Menschen.

Wir haben gemeinsam überlegt:

Wer braucht mehr Zeit?

Wer braucht mehr Informationen?

Wer braucht Sicherheit?

Wer kann andere mitziehen?

Wer bremst?

Wer hat berechtigte Sorgen?

Plötzlich wurde aus einem Veränderungsprojekt wieder das, worum es eigentlich immer geht:

Führung.



Peter Kruses herrliche "Anleitung zum Scheitern"

Falls du einmal 5 Minuten Zeit hast:

Unbedingt anschauen!

Prof. Dr. Peter Kruses humorvoller Blick auf Veränderungen in Unternehmen - 4:34 Minuten

Er erklärt dort sinngemäß, wie man Veränderungen garantiert gegen die Wand fährt.


Zum Beispiel so:

  • Möglichst wenig erklären.

  • Gerüchte schneller wachsen lassen als Informationen.

  • Alles gleichzeitig verändern.

  • Schuldige suchen.

  • Entscheidungen ständig wieder infrage stellen.

  • Menschen überfordern.

Man lacht.

Und erkennt erschreckend viele Unternehmen wieder.

Auch Kleine.

Gerade Kleine.


Was heißt das jetzt konkret für dich als Unternehmer?

Aus meiner Erfahrung sind es fünf Dinge.


1. Erkläre zuerst das Wofür.

Menschen folgen selten Maßnahmen.

Sie folgen einem nachvollziehbaren Sinn.

Und überlege, wer was davon hat ("What's in it - for me?").


2. Gib Orientierung.

Unsicherheit entsteht dort, wo Informationen fehlen.

Lieber zehnmal zu viel erklären als einmal zu wenig.


3. Erwarte keine Begeisterung am ersten Tag.

Manche steigen sofort ein.

Andere brauchen Wochen.

Beides ist normal.


4. Halte das Tempo aus Sicht deiner Mannschaft im Blick.

Du musst vorausdenken.

Du musst aber nicht vorausrennen.

Führung bedeutet manchmal auch, einen halben Schritt langsamer zu gehen.


5. Bleib selbst ruhig.

Veränderung braucht Stabilität.

Und Stabilität beginnt fast immer bei der Führungskraft.

Wenn der Chef nervös wird, wird der Betrieb nervös.

Wenn der Chef Zuversicht ausstrahlt, entsteht Vertrauen.


Nimm dein Team mit an Bord und erkläre den Kurs, den ihr nehmt!
Nimm dein Team mit an Bord und erkläre den Kurs, den ihr nehmt!


Genau dafür gibt es Sparringspartner.

Ich liefere keine fertigen Antworten.

Ich begleite sie dabei, bessere Fragen zu stellen.

Ich darf kritisieren.

Ich darf bremsen.

Ich darf Euphorie einordnen.

Ich darf Risiken sichtbar machen.


Und manchmal darf ich genau den Satz sagen, den gerade niemand hören möchte.

Dafür bin ich da.

Denn manchmal braucht ein Unternehmer keinen Berater.

Er braucht jemanden, der von außen auf das Spielfeld schaut.


Mein Fazit

Veränderung entscheidet heute über die Zukunft jedes Unternehmens.

Die eigentliche Herausforderung besteht dabei selten in der Strategie.

Sie liegt fast immer darin, Menschen mitzunehmen.


Wer seine Mannschaft verliert, gewinnt keine Veränderung.

Wer seine Mannschaft gewinnt, kann fast jede Veränderung schaffen.

Genau dort beginnt für mich gute Führung.

Genau dort beginnt die Arbeit, die ich am liebsten mache.


Was ist jetzt zu tun?

Stell dir heute Abend nur eine einzige Frage:


Ist dein Team gerade dort, wo du gedanklich schon seit drei Monaten bist?

Falls die Antwort "Nein" lautet, brauchst du wahrscheinlich keine bessere Strategie.

Du brauchst bessere Gespräche.

Und genau dabei unterstütze ich dich.

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