„Fürchtet euch nicht!“ - Warum Mut Unternehmer erfolgreicher macht als Perfektion
- einfach.mike

- 3. Aug.
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126-mal.
So oft findet sich der Zuspruch
„Fürchtet euch nicht!“
in der Heiligen Schrift.
Ich habe das nicht nachgezählt. Andere haben das bereits getan. Aber allein diese Zahl hat mich beeindruckt.
Dieser Satz hat mit Unternehmertum viel mehr zu tun, als man zuerst glaubt.
Vor kurzem war ich mit meinem Papa am St. Georgenberg.
Genauer gesagt mit seiner Freundesgruppe.
Eine Gruppe von Männern und deren Frauen, die seit mehr als fünfzig Jahren befreundet ist.
Einmal im Jahr treffen sie sich dort oben, erinnern sich an gemeinsame Geschichten und gedenken jener Freunde, die mittlerweile verstorben sind.
Es wird gelacht.
Es wird erzählt.
Es wird gegessen und danach die Messe besucht.
Und ich habe bemerkt:
Fünfzig Jahre Freundschaft lassen sich nicht erklären.
Sie lassen sich nur erleben.
Ein Plakat blieb mir im Kopf
Vor der Kirche hing ein Plakat.
Es war Werbung für die Nachtwallfahrten auf den Georgenberg.
Darauf stand:
„Mutgang.“
Darunter:
„Habt keine Angst.“
Ich musste schmunzeln.
Weil ich in diesem Moment gar nicht an Kirche gedacht habe.
Ich habe an meine Kunden gedacht.
Unternehmer leben ständig mit Unsicherheit
Wenn ich Unternehmer begleite, begegnet mir selten Angst in ihrer offensichtlichen Form.
Kaum jemand sagt:
"Ich habe Angst."
Stattdessen höre ich:
"Wir warten noch."
"Schauen wir einmal."
"Vielleicht nächstes Jahr."
"Wir beobachten das noch."
"Dafür ist jetzt kein guter Zeitpunkt."
Viele dieser Sätze klingen vernünftig.
Manchmal sind sie es auch.
Manchmal versteckt sich dahinter aber einfach Angst.

Angst trägt heute andere Kleidung
Sie kommt als Excel-Datei.
Sie versteckt sich hinter endlosen Besprechungen.
Sie nennt sich Risikoanalyse.
Sie fordert noch eine Abstimmung.
Oder noch einen Workshop.
Oder noch drei Meinungen.
Bis irgendwann keiner mehr weiß, worum es ursprünglich eigentlich gegangen ist.
Ich begleite viele Familienbetriebe.
Fast immer erkenne ich denselben Punkt.
Oft spüren Unternehmer längst, was der nächste Schritt wäre.
Der Markt verändert sich.
Die Kunden verändern sich.
Die Mitarbeitenden verändern sich.
Alles verändert sich.
Nur der erste Schritt fühlt sich gefährlich an.
Mut als Unternehmer erlebe ich bei meinen Kunden
Die Unternehmer, mit denen ich arbeiten darf, sind selten mutlos.
Sie brauchen manchmal jemanden, der sie daran erinnert, wie mutig sie eigentlich schon sind.
Sie haben Betriebe aufgebaut.
Sie übernehmen Verantwortung für Familien.
Für Mitarbeitende.
Für Lehrlinge.
Für ganze Regionen.
Das ist mutig.
Jeden Tag.
Meine Aufgabe besteht oft darin, diesen Mut wieder sichtbar zu machen.
Manchmal braucht es dafür nur eine einzige Frage.
"Wovor hast du eigentlich gerade Angst?"
Die Antwort überrascht viele.
Denn oft geht es gar nicht um das Risiko.
Es geht um die Angst, Fehler zu machen.
Aufgeschoben? Eigentlich nicht.
Vor Kurzem arbeitete ich mit einer Unternehmerin, die seit Monaten vor einer wichtigen Entscheidung stand.
Von außen sah es so aus, als würde sie sie einfach aufschieben.
Tatsächlich hatte sie jedes Mal einen guten Grund.
"Warten wir noch auf die neuen Rahmenbedingungen."
"Ich möchte die Auswirkungen besser einschätzen können."
"Lassen wir zuerst noch den Bericht fertigstellen."
Je länger wir darüber sprachen, desto klarer wurde:
Es fehlten weder Informationen noch Zeit.
Es fehlte der Mut, eine Entscheidung zu treffen, obwohl nie alle Antworten feststehen.
Genau das begegnet mir in Unternehmen immer wieder.
Angst verschwindet selten von selbst
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben.
Mut bedeutet, trotzdem loszugehen.
Das ist einer der größten Unterschiede zwischen erfolgreichen Unternehmern und jenen, die jahrelang auf den perfekten Moment warten.
Perfekte Momente existieren kaum.
Der erste Schritt erzeugt Klarheit.
Jeder weitere Schritt erzeugt Sicherheit.

Warum Veränderung immer Mut braucht
Viele Unternehmer glauben, Veränderung sei vor allem ein fachliches Thema.
Ich sehe das anders.
Veränderung ist fast immer ein emotionales Thema.
Menschen verlassen Gewohntes ungern.
Unser Gehirn liebt Sicherheit.
Deshalb fühlt sich Veränderung fast immer unbequem an.
Genau deshalb brauchen Unternehmen Menschen, die den ersten Schritt gehen.
Menschen, die sagen:
"Wir probieren das."
Ohne Garantie.
Mit Verantwortung.
Mit offenem Visier, also offen und ehrlich.
Den Mut als Unternehmer
Mut steckt an
Das Faszinierende ist:
Angst steckt an.
Mut auch.
Wenn eine Führungskraft ruhig bleibt, entsteht Sicherheit.
Wenn ein Unternehmer Verantwortung übernimmt, folgen Menschen.
Wenn jemand den ersten Schritt macht, trauen sich oft viele andere ebenfalls.
Deshalb beginnt Führung immer bei einem selbst.
Mein Papa und seine Freunde kannten das Wort Angst vermutlich gar nicht
Während ich ihnen zugehört habe, wurde mir eines klar.
Diese Generation war oft bereit, Dinge einfach auszuprobieren.
Sie erzählen Geschichten voller Abenteuer.
Voller Blödsinn.
Voller Freundschaft.
Voller Zusammenhalt.
Und voller Mut.
Wir würden in Tirol sagen:
"Scheiß di nix."
Frei übersetzt: Trau dich einfach.
Das bedeutet natürlich nicht Gedankenlosigkeit.
Es beschreibt vielmehr dieses tiefe Vertrauen:
Das wird schon werden.
Gemeinsam schaffen wir das.
Sie haben damals oft gehandelt.
Erst danach wurde über Probleme gesprochen.
Heute machen wir es häufig genau umgekehrt.
Ich bin kein Parade-Katholik
Ich gehe damit offen um.
Ich bin sicher nicht der Parade-Katholik.
Das bedeutet aber keineswegs, dass mir Spiritualität fremd wäre.
Im Gegenteil.
Ich bin überzeugt, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt, als ich als Nachrichtentechniker jemals mit Physik erklären könnte.
Vielleicht berührt mich genau deshalb dieser Satz so sehr.
Fürchtet euch nicht.
Er verlangt keinen perfekten Glauben.
Er fordert Mut.
Was hat das mit einfach.mike zu tun?
Eigentlich alles.
Ich begleite keine Unternehmen, weil ich bessere Antworten hätte.
Ich begleite Unternehmer, damit sie den Mut finden, ihren eigenen Antworten zu vertrauen.
Ich stelle Fragen.
Ich höre zu.
Ich halte auch einmal aus, dass Entscheidungen schwerfallen.
Und irgendwann passiert etwas Schönes.
Aus Unsicherheit wird Klarheit.
Aus Klarheit entsteht Handlung.
Aus Handlung wächst Vertrauen.
Genau dafür liebe ich meinen Beruf.
Mein Fazit
Als wir nach der Messe vom Georgenberg wieder hinuntergingen, dachte ich noch einmal an das Plakat.
Mutgang.
Was für ein großartiges Wort.
Vielleicht brauchen wir genau das.
Weniger Perfektion.
Mehr Mut.
Weniger Sicherheitsdenken.
Mehr Vertrauen.
Vielleicht steht „Fürchtet euch nicht!“ deshalb so oft in der Bibel.
Weil Menschen diese Erinnerung immer wieder brauchen.
Vor zweitausend Jahren.
Heute.
Und wahrscheinlich auch morgen.
Was ist jetzt zu tun?
Stell dir heute nur eine einzige Frage:
Welche Entscheidung schiebst du seit Monaten vor dir her, obwohl du tief drinnen längst weißt, was richtig wäre?
Vielleicht ist genau heute dein persönlicher Mutgang.




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