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Dein Gehirn ist nicht kaputt. Es ist komplett überfüttert. So kannst du deinen Fokus zurückgewinnen

Wie ich gemerkt habe, dass mein Kopf müde war – und dauerbeschallt.


Vor ein paar Wochen saß ich in einem Workshop mit Führungskräften. Hochintelligente Leute. Gute Leute. Motivierte Leute.


Und trotzdem:

Nach fünf Minuten griff der Erste zum Handy.

Nach zehn Minuten entschuldigte sich jemand kurz für eine Mail.

Nach zwanzig Minuten war die Aufmerksamkeit im Raum wie die Handyverbindung am Deutschen Eck.


Und ich dachte mir:

Wir haben kein Motivationsproblem mehr.

Wir haben ein Reizproblem.


Genau darum hat mich der Artikel „7 Things I Did to Fix My Unfocused, Overstimulated Brain“ von Raja Sekar auf Medium so erwischt, ich hab ihn unten verlinkt.

Weil er brutal ehrlich beschreibt, was viele längst spüren:

Unser Gehirn ist nicht schwach.
Es ist völlig überlastet.

Ich kenne das selbst nur zu gut.


Mein Kopf war voll. Aber nicht mit Klarheit.

Ich arbeite mit Unternehmen, Teams, Führungskräften, Projekten, Konflikten und Veränderung.

Parallel Theater, Krisenintervention, Beratung, Workshops, Ideen, Menschen, Termine, WhatsApp, LinkedIn, Mails, Sprachnachrichten, „Kurze Frage noch.“, ein bisschen KI-Recherche noch.


Irgendwann merkst du:

Du bist dauernd beschäftigt. Aber innerlich komplett zerfleddert.

Du liest eine Nachricht und vergisst sie sofort wieder.

Du gehst in einen Raum und weißt nicht mehr warum.

Du sitzt mit Menschen zusammen und bist trotzdem halb im nächsten Termin.

Das Verrückte daran:

Von außen wirkst du produktiv.

Innen bist du ein Browser mit 73 offenen Tabs - und irgendwo kommt auch noch Musik her.


Das Problem heißt nicht „zu wenig Disziplin“.

Ich kann dieses ganze Selbstoptimierungs-Gebrüll mittlerweile kaum noch hören.

  • „Steh um 5 Uhr auf.“

  • „Mach mehr.“

  • „Push harder.“

  • „Kein Excuse.“

  • „High Performer.“


Ganz ehrlich?

Viele dieser Leute wirken auf mich nicht leistungsfähig.

Sie wirken einfach nur erschöpft mit besserem Marketing.


Der Medium-Artikel trifft einen wichtigen Punkt:

Überstimulation zerstört Fokus.
Stück für Stück.

Das passiert subtil.

Du gewöhnst dein Gehirn daran, alle 15 Sekunden einen neuen Reiz zu bekommen:

Scrollen, Notification, Podcast, Video, Mail, Spotify, Slack, noch ein Reel, noch ein kurzer Dopamin-Kick.

Und irgendwann fühlt sich normale Konzentration plötzlich an wie Strafarbeit.


7 Dinge, um dein unfokussiertes, überstimuliertes Hirn zu reparieren
7 Dinge, um dein unfokussiertes, überstimuliertes Hirn zu reparieren

Ich habe irgendwann angefangen, mich selbst wieder auszuhalten.

Das klingt härter, als es gemeint ist.

Aber genau das passiert vielen Menschen: Sie können Stille kaum noch aushalten.

Sobald zwei Minuten Leerlauf entstehen, wird reflexartig zum Handy gegriffen.

Im Lift, am Klo sowieso, im Auto an der roten Ampel, beim Warten, beim Essen.


Ich habe bewusst angefangen, diese Mini-Fluchten wegzulassen.

Und plötzlich passiert etwas Seltsames:

  • Der Kopf wird langsamer,

  • Gedanken werden klarer,

  • Gespräche werden echter,

  • Ideen werden tiefer.


Nicht sofort, am Anfang wirst du nervös wie ein Junkie oder eben wie ein Handysüchtiger ohne WLAN.


Was mir tatsächlich geholfen hat: Fokus zurückgewinnen

Der Artikel beschreibt sieben Veränderungen. Viele davon haben mich brutal abgeholt.

ACHTUNG: Das ist keine „10x-CEO-Morgenroutine“.

Das sind einfache Dinge, die dein Nervensystem wieder auf Normalbetrieb bringen.


1. Weniger Dauerbeschallung

Keine Podcasts mehr beim Zähneputzen.

Keine Videos beim Essen.

Keine Musik rund um die Uhr.


Manchmal einfach nur gehen. Denken. Schauen.

Das ist heute fast schon revolutionär.


2. Notifications abschalten

Ich habe Kunden, die auf jede Nachricht reagieren wie auf einen Feueralarm.

Spoiler: Fast nichts ist wirklich dringend.

Die meisten Unternehmen sterben nicht an langsamen Antworten.

Sie sterben an permanent zerstörter Konzentration.


3. Wieder monotasken

Multitasking ist oft nur hektisches Hin-und-her-Springen.

Das Gehirn liebt Klarheit.

Eine Aufgabe - ein Gedanke - ein Fokus.


4. Wieder schlafen lernen

Abends Bildschirm bis Mitternacht.

Dann wundern sich Leute über innere Unruhe.


Der Körper ist keine Maschine, er ist ein biologisches System.

Und das vergisst die moderne Arbeitswelt komplett.

Kein Bildschirm 45 Minuten vor dem Schlafengehen. (Punkt)


5. Langeweile zulassen

Einer der wichtigsten Punkte überhaupt.

Langeweile ist kein Fehlerzustand.

Dort entstehen oft erst Ideen, Kreativität, Verarbeitung und Ruhe.

Viele Menschen haben verlernt, einfach nur da zu sein.


6. Körperliche Bewegung wieder einbauen

Das klingt banal, ist aber extrem wirksam.

Der Autor beschreibt, wie Bewegung den mentalen Nebel reduziert.

Das stimmt komplett mit meinen Erfahrungen überein.


Nach einem Spaziergang oder einer Bewegungseinheit werden Gedanken oft plötzlich klarer.

Der Körper ist keine Transportbox für das Gehirn, er gehört zum System dazu.


7. Wieder bewusst mit dem eigenen Gehirn umgehen

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt überhaupt.

Viele behandeln ihr Gehirn wie einen Hochleistungsserver:

24 Stunden online, dauernd belastbar, ständig verfügbar.


So funktioniert kein Mensch.

Der Artikel beschreibt sehr eindrucksvoll:

  • Das Gehirn braucht bewusste Erholung.

  • Es braucht Fokusphasen.

  • Es braucht Leerlauf.

Und manchmal braucht es einfach Ruhe vor allem.



Als ehemaliger CB-Funker (und gelerntem Nachrichtentechniker) fällt mir da der "Squelch" ein.

Das ist die Rauschunterdrückung, die dafür sorgt, dass man eine Unterhaltung ohne lästiges Rauschen führen kann.

Die musste man einstellen - hat man zu weit gedreht, blieb auch die Unterhaltung aus.


Ließ man den Squelch zu weit offen, hatte man nicht nur lästiges Rauschen, sondern auch schlecht empfangene Unterhaltungen, die man gar nicht haben wollte.


Den Squelch-Regler für unser Gehirn haben wir selber in der Hand.

Den Fokus zurückgewinnen. Mit dem Squelch-Regler für weniger Dauerrauschen.

 

Der Squelch-Regler für dein Gehirn

Warum mich das beruflich extrem beschäftigt

Ich sehe in Unternehmen mittlerweile ganze Teams mit kollektivem Aufmerksamkeits-Defizit.

Meetings parallel zu Mails. Mails parallel zu Teams-Chats. Teams-Chats parallel zu Telefonaten.

Und alle behaupten stolz: „Bei uns ist richtig viel los.“


Ja. Aber passiert auch etwas Sinnvolles?

Oder seid ihr einfach kollektiv überreizt?

Viele Probleme in Unternehmen entstehen mittlerweile nicht aus mangelnder Kompetenz.

Sondern aus mentalem Dauerrauschen.


einfach.mike bedeutet auch: wieder einfacher denken.

Deshalb arbeite ich in Workshops und Beratungen mittlerweile viel stärker an Klarheit.

Weniger gleichzeitig.

Weniger künstliche Dringlichkeit.

Weniger Busywork.

Mehr Fokus.

Mehr Ruhe.

Mehr echte Gespräche.

Mehr Austausch.

Mehr Beziehung.


Weil Menschen in Ruhe besser 'funktionieren' als im Dauerstress.

Weil wir das für unser Wohlbefinden brauchen und es schon fast verlernt haben.


Vielleicht bist du nicht faul.

Vielleicht bist du einfach komplett reizüberflutet.

Und vielleicht musst du dich auch nicht „mehr pushen“.


Vielleicht musst du dich einfach wieder spüren.

Ohne Dauerinput, ohne Dauerleistung, ohne Dauerlärm.

Das wäre für viele Menschen wahrscheinlich produktiver als der nächste Selbstoptimierungs-Podcast.


Und vielleicht sogar glücklicher.

Was ist jetzt also konkret zu tun?

Lies dir die Punkte nochmal und sei ehrlich zu dir selbst:

Welche dieser 7 Dinge steuern deinen Alltag?

Und welche wirst du heute noch konkret angehen?


Wenn du merkst, dass du feststeckst:

Lass uns gemeinsam dein System aufräumen.

Ein Gespräch reicht oft, um wieder Klarheit zu schaffen.




Quellen & Inspiration

Der Artikel basiert unter anderem auf:„7 Things I Did to Fix My Unfocused, Overstimulated Brain“ von Raja Sekar auf Medium, hier der [Link zum Artikel]


Weitere wissenschaftliche und psychologische Hintergründe zu Überstimulation, Fokusverlust und digitalem Dauerstress, google:

  • Psychology Today über unfokussierte Aufmerksamkeit

  • Studien und Analysen zu Overstimulation und Dopamin-Effekten

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