„Ein Auto kann man auch nicht von innen schieben.“ oder: wie Betriebsblindheit dich lähmt
- einfach.mike

- 15. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Diesen Satz hat mir mein bester Freund geschickt.
Mit dem Kommentar:
"Ein Super Spruch...für dein Thema"

„Ein Auto kann man auch nicht von innen schieben.“
Und ich musste sofort lachen.
Weil er sofort verstanden hat, was ich eigentlich mache.
Und weil dieser Satz Beratung vermutlich besser erklärt als 95 % aller Unternehmensberater-Webseiten zusammen.
Du kannst dein eigenes System nicht neutral sehen.
Das ist kein Vorwurf.
Das ist ein Naturgesetz.
Wenn du mitten IM Unternehmen steckst, mitten in den Abläufen, mitten in den Konflikten, mitten im täglichen Wahnsinn, dann entsteht etwas Gefährliches:
Du hältst Symptome irgendwann für Realität.
Du glaubst:
„Die Mitarbeiter denken halt nicht mit.“
„Bei uns ist das einfach so.“
„Kunden werden immer schwieriger.“
„Stress gehört halt dazu.“
„Ich muss alles selbst kontrollieren.“
Nein.
Du sitzt einfach zu tief IM System.
Und genau dort beginnt das Problem: Betriebsblindheit
Der Systemtheoretiker Peter Senge beschreibt in seinem Werk „The Fifth Discipline“, dass Menschen innerhalb komplexer Systeme oft nur auf Ereignisse reagieren, aber die eigentlichen Muster dahinter nicht mehr erkennen können.
Mit anderen Worten:
Du kämpfst jeden Tag gegen Auswirkungen, während die Ursachen längst still im Hintergrund weiterlaufen.
Viele Unternehmen versuchen Probleme zu lösen, die sie selbst erzeugen.
Das klingt brutal.
Ist aber oft exakt die Wahrheit.
Ich erlebe das wirklich oft.
Ein Unternehmen klagt über:
schlechte Kommunikation
fehlende Verantwortung
langsame Entscheidungen
Chaos
Stress
ständige Rückfragen
Und nach wenigen Gesprächen wird klar:
Das gesamte System produziert genau dieses Verhalten.
Der Chef beantwortet jede Frage selbst.
Also fragt jeder nach.
Entscheidungen bleiben absichtlich unklar.
Also sichert sich jeder doppelt ab.
Fehler werden subtil bestraft.
Also übernimmt niemand Verantwortung.
Meetings haben keine Struktur.
Also redet jeder durcheinander.
Das Problem sind selten einzelne Menschen.
Das Problem ist oft das System, in dem diese Menschen arbeiten.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Innerhalb dieses Systems fällt das irgendwann niemandem mehr auf.
Weil alle längst glauben:
„Das ist halt normal.“
Genau deshalb braucht es Außensicht.
Nicht als Kontrolle, schon gar nicht als Besserwisserei.
Und als allerletztes mit PowerPoint-Zirkus.
Als ehrlichen Blick von außen.
Ein Blick, der erkennt:
wo Energie verloren geht
wo Kommunikation kaputtläuft
wo Verantwortung verschwimmt
wo Führung unbeabsichtigt Chaos erzeugt
wo Menschen längst im Dauerstress funktionieren
Genau das ist meine Rolle.
Ich komme nicht in Unternehmen, um mich wichtig zu machen.
Ich komme hinein, um sichtbar zu machen, was innerhalb des Systems längst unsichtbar geworden ist.
Und manchmal reicht dafür ein einziger Satz und aus deiner Betriebsblindheit blickst du wieder klar auf die Dinge.
Beratung ist kein Dauerzustand.
Und genau das unterscheidet gute Beratung von gefährlicher Beratung.
Viele Berater machen Unternehmen absichtlich abhängig:
endlose Workshops
komplizierte Modelle
künstliche Komplexität
dauernde Folgeprojekte
Davon halte ich wenig.
Wenn ein Auto wieder läuft, brauchst du niemanden mehr, der anschiebt.
Punkt.
Das Ziel meiner Arbeit ist nie: „Wie bleibe ich möglichst lange im Unternehmen?“
Das Ziel ist: Der Laden läuft wieder sauber.
Menschen verstehen einander wieder.
Verantwortung wird klar.
Stress sinkt.
Entscheidungen werden einfacher.
Teams funktionieren.
Und irgendwann braucht es mich schlicht nicht mehr.
Genau so soll es sein.
Ich kenne Betriebsblindheit auch von mir selbst.
Natürlich.
Vorbereitung neuer Trainings - Dauerschleife vor und zurück.
Projekte mit Tunnelblick.
Wochen voller Termine.
Gedankenknoten im Kopf.
Und plötzlich sagt jemand von außen einen simplen Satz — und alles wird klar.
Deshalb glaube ich extrem an Reflexion.
Nicht an Selbstoptimierungswahn.
Ich glaube daran, Systeme wieder sichtbar zu machen.
Denn viele Menschen sind überhaupt nicht schwach, faul oder gar unfähig.
Sie sitzen einfach seit Jahren in einem System fest, das sie selbst nicht mehr klar erkennen können.
Der größte Denkfehler vieler Unternehmer:
„Ich muss die Lösung selbst finden.“
Warum eigentlich?
Im Spitzensport gibt es Coaches.
Im Theater gibt es Regisseure.
In der Psychologie gibt es Supervision.
In der Medizin gibt es Zweitmeinungen.
Nur Unternehmer glauben oft: „Ich muss alles alleine durchdrücken.“
Das endet fast immer gleich:
Dauerstress
Isolation
operative Überlastung
schlechte Entscheidungen
Stillstand trotz maximalem Einsatz
Viele arbeiten härter und härter in einem System, das längst komplett falsch eingestellt ist.
Das ist ungefähr so sinnvoll wie Vollgas mit angezogener Handbremse.
Was ich bei einfach.mike wirklich tue
Ich stelle Fragen.
Oft unbequeme Fragen.
Zum Beispiel:
Warum landet jede Entscheidung bei dir?
Warum traut sich niemand, Fehler offen anzusprechen?
Warum ist jede Woche Ausnahmezustand?
Warum wissen deine Leute oft nicht, was du eigentlich erwartest?
Warum glaubst du, dass Dauerstress ein Zeichen von Wichtigkeit ist?
Und genau dort beginnt oft Veränderung.
Es geht nicht um Motivation, schon gar nicht mit Buzzwords, sondern um ehrliche Sichtbarkeit.
Ein Auto kann man nicht von innen schieben.
Unternehmen übrigens auch nicht.
Du brauchst manchmal jemanden außerhalb des Systems.
Jemanden, der erkennt:
wo die Handbremse angezogen ist
wo Energie verloren geht
wo Strukturen Menschen blockieren
wo Chaos längst „normal“ geworden ist
Und genau das ist gute Beratung.
Eine ehrliche Außensicht.
Keine Dauerlösung, keine Abhängigkeit, kein Theater.
Nur so lange, bis der Motor wieder läuft.
Frag dich ehrlich:
Welche Probleme in deinem Unternehmen hältst du längst für „normal“, obwohl sie eigentlich nur Systemfehler sind?
Und wenn du draufkommst, dass eine Außensicht vielleicht ganz gut wäre: lass uns reden!




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