Der teuerste Satz im Handwerk: „Das haben wir immer schon so gemacht.“
- einfach.mike

- vor 4 Tagen
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Es gibt Sätze, die klingen harmlos.
Dieser hier gehört nicht dazu.
„Das haben wir immer schon so gemacht.“
Im Handwerk kann dieser Satz richtig teuer werden.
Er kostet Zeit.
Er kostet Geld.
Er kostet Nerven.
Und manchmal verhindert er, dass ein Betrieb einfacher, schneller oder profitabler wird.
Ich kenne einen Betrieb, bei dem ich an diesem Satz beinahe verzweifelt bin.
Und genau deshalb erzähle ich die Geschichte.
Wenn Gewohnheit zum Naturgesetz wird
Der Unternehmer hatte den Betrieb von seinem Vater übernommen.
Und damit auch viele Dinge, die sein Vater über Jahrzehnte so gemacht hatte.
Der Vater hatte den Betrieb aufgebaut.
Er hatte Entscheidungen getroffen, Kunden gewonnen, Mitarbeiter eingestellt und über Jahrzehnte dafür gesorgt, dass das Unternehmen funktioniert.
Viele Abläufe wurden deshalb nie infrage gestellt.
Sie wurden gemacht, weil sie immer gemacht worden waren.
Wenn ich fragte:
„Warum macht ihr das so?“
kam ziemlich schnell:
„Das haben wir immer schon so gemacht.“
Okay.
Und warum?
„Weil das bei uns schon immer so war.“
Genau hier wird Beratung interessant.
Denn jetzt geht es nicht mehr darum, wer recht hat.
Es geht darum herauszufinden, ob dieser Ablauf heute überhaupt noch sinnvoll ist.
Denn natürlich gibt es gute Gründe, einen bewährten Ablauf beizubehalten.
Aber „bewährt“ und „gewohnt“ sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Ein Ablauf kann jahrzehntelang funktioniert haben und heute trotzdem völlig sinnlos sein.
Die Welt verändert sich.
Kunden verändern sich.
Mitarbeiter verändern sich.
Technologien verändern sich.
Der Betrieb verändert sich.
Und manchmal bleibt nur der Ablauf gleich.
Das eigentliche Problem war viel größer
Ich wollte gar nicht einfach irgendwelche Prozesse verändern.
Das wäre zu einfach gewesen.
Denn hinter den Abläufen steckte etwas viel Mächtigeres:
Das Gefühl, auf Nummer sicher zu gehen.
Wenn mein Vater das so gemacht hat, wird es schon richtig sein.
Wenn wir das seit 20 Jahren so machen, kann es ja nicht völlig falsch sein.
Wenn wir daran etwas verändern, könnte etwas schiefgehen.
Diese Gedanken sind menschlich.
Gerade im Familienunternehmen haben sie eine enorme Kraft.
Denn wenn du den Prozess deines Vaters infrage stellst, fühlt es sich manchmal an, als würdest du ein Stück seiner Arbeit infrage stellen.
Dabei geht es überhaupt nicht um den Vater.
Es geht um die Frage:
Passt das noch zu dem Unternehmen, das wir heute führen?
Ich habe irgendwann aufgehört, über den Ablauf zu diskutieren
Das war wahrscheinlich der entscheidende Punkt.
Ich hätte noch zehnmal erklären können, warum ich diesen Ablauf für unsinnig halte.
Das hätte vermutlich wenig gebracht.
Also habe ich angefangen, Fragen zu stellen.
Wofür machen wir diesen Schritt eigentlich?
Was soll dadurch besser werden?
Wer braucht dieses Ergebnis überhaupt?
Was würde passieren, wenn wir es einfach weglassen?
Was kostet uns dieser Arbeitsschritt jedes Jahr?
Und irgendwann wurde es interessant.
Denn plötzlich ging es gar nicht mehr um Meinungen.
Es ging um Zeit.
Und um Geld.
Wir haben ausgerechnet, was dieser Ablauf tatsächlich kostet.
Wie viele Stunden fließen hinein?
Wie oft passiert das?
Wer ist daran beteiligt?
Was kostet diese Arbeitszeit?
Was kommt am Ende dabei heraus?
Die Rechnung war ziemlich eindeutig.
Da wurde richtig viel Zeit und Geld verbrannt.
Wir stellten fest: Dieser eine Arbeitsschritt kostete den Betrieb rund 300 Arbeitsstunden im Jahr, insgesamt reden wir von rund 12.000 Euro im Jahr.
Für einen Arbeitsschritt, dessen Ergebnis eigentlich niemand mehr brauchte.
Das ist der Moment, in dem „Das haben wir immer schon so gemacht“ plötzlich ziemlich teuer aussieht.
Gewohnheiten geben Sicherheit. Genau deshalb sind sie so gefährlich.
Unser Gehirn liebt Routinen.
Das ist grundsätzlich eine gute Sache.
Wir wollen nicht jeden Morgen neu darüber nachdenken, wie man eine Kaffeemaschine bedient, Auto fährt oder einen bestimmten Arbeitsschritt erledigt.
Routinen sparen Energie.
Sie machen Abläufe vorhersehbar.
Sie geben Sicherheit.
Und genau deshalb fallen uns schlechte Gewohnheiten oft gar nicht mehr auf.
Eine Gewohnheit fühlt sich irgendwann wie eine Notwendigkeit an.
Das ist ein entscheidender Unterschied.
„Wir machen das so.“
wird irgendwann zu
„Das muss so sein.“
Und aus einem „muss“ wird schnell ein ungeschriebenes Gesetz.
Bis jemand von außen kommt und fragt:
„Warum eigentlich?“
Der wichtigste Schritt war: raus aus dem Detail
Das ist übrigens etwas, das ich in vielen Unternehmen beobachte.
Menschen, die tief im Tagesgeschäft stecken, sehen irgendwann jedes einzelne Problem.
Die fehlende Unterschrift.
Den falschen Lieferschein.
Die komplizierte Excel-Liste.
Den Mitarbeiter, der etwas anders macht.
Den Kunden, der wieder etwas Besonderes möchte.
Die Maschine, die heute schon wieder spinnt.
Und irgendwann wird aus dem Unternehmen eine Sammlung von Einzelproblemen.
Dann hilft oft ein Perspektivwechsel.
Raus aus dem Detail.
Nicht nur den einzelnen Arbeitsschritt anschauen, sondern den gesamten Ablauf, den Betrieb.
Was wollen wir eigentlich erreichen?
Wo verlieren wir Zeit?
Wo entstehen unnötige Kosten?
Wo hängt alles an einer Person?
Wo machen wir Dinge, weil sie sinnvoll sind?
Und wo machen wir sie einfach deshalb, weil sie schon immer gemacht wurden?
Danach geht es wieder hinein.
Aber gezielt.
Dorthin, wo sich wirklich etwas verbessern lässt.
Oder wo der größte Aufwand entsteht.
Oder wo der Schmerz sitzt.
Genau hier beginnt für mich Beratung
Ich bin kein Fan von Beratung, bei der jemand von außen kommt, sich drei Tage lang alles anschaut und danach einen langen Maßnahmenplan übergibt.
Der liegt dann irgendwo.
Meistens zwischen zwei anderen Ordnern.
Beratung muss für mich anders funktionieren.
Ich bringe eine Außensicht.
Ich bringe Erfahrungen aus anderen Unternehmen mit.
Ich stelle Fragen.
Ich spreche Dinge an, die im Unternehmen längst normal geworden sind.
Und manchmal bin ich auch derjenige, der ziemlich unangenehm nachbohrt.
„Warum?“
„Weil wir das immer so machen.“
„Das beantwortet meine Frage noch nicht.“
Das kann anstrengend sein.
Für beide Seiten.
Ich habe bei diesem Kunden zwischendurch durchaus gedacht:
„Mike, warum tust du dir das eigentlich an?“
Aber genau solche Situationen sind für mich der Grund, warum ich Beratung mache.
Denn irgendwann kommt der Moment, an dem beim Unternehmer etwas klickt.
Irgendwann sagte er nämlich:
„Moment. Das machen wir eigentlich nur noch, weil mein Vater das damals so eingeführt hat.“
YESS! Für diesen Moment liebe ich, was ich tue!
Heute hat dieser Unternehmer ein neues Hobby
Und das freut mich wirklich.
Er hat sich etwas angewöhnt.
Er schaut heute viel öfter aus dem Detail heraus.
Er betrachtet das Unternehmen als Ganzes.
Dann sucht er sich gezielt jene Stellen heraus, bei denen sich ein genauerer Blick lohnt.
Und dort geht er wieder tief hinein.
Das ist eine ziemlich geniale Bewegung:
Erst schaut er sich den ganzen Betrieb an.
Dann sucht er sich einen Bereich heraus, bei dem sich genaueres Hinschauen lohnt.
Dort geht er ins Detail.
Und danach schaut er wieder auf das Ganze.
Und er macht das heute weitgehend selbst.
Das ist für mich ein richtig gutes Beratungsergebnis.
Mein Ziel ist nicht, dass ein Unternehmer mich immer wieder braucht.
Mein Ziel ist, dass er irgendwann sagt:
„Das sehe ich jetzt selbst.“
Dann hat Beratung ihren Job gemacht.

Der teuerste Satz ist deshalb vielleicht ein anderer
„Das haben wir immer schon so gemacht.“
ist gefährlich.
Noch gefährlicher ist:
„Darüber haben wir noch nie nachgedacht.“
Denn genau dort kann richtig viel Geld liegen.
In Abläufen.
In Verantwortlichkeiten.
In Entscheidungen.
In Meetings.
In Gewohnheiten.
In Dingen, die niemand mehr braucht und trotzdem jeden Tag erledigt.
Und manchmal auch in Dingen, die alle für notwendig halten, obwohl niemand mehr weiß, wofür sie eigentlich da sind.
Was ich Unternehmern deshalb empfehlen würde
Nimm dir einen Ablauf vor, der dich schon lange nervt.
Einen.
Und dann stell drei Fragen:
Wofür machen wir das?
Was würde passieren, wenn wir es morgen nicht mehr machen?
Was kostet uns dieser Ablauf tatsächlich?
Die Antworten könnten unangenehm werden.
Das ist gut.
Denn unangenehme Erkenntnisse sind häufig die wertvollsten.
Sie zeigen dir, wo du anfangen kannst.
Und manchmal braucht es dafür jemanden von außen
Genau dafür gibt es einfach.mike.
Ich komme nicht in einen Betrieb, um alles besser zu wissen.
Ich komme hinein, um gemeinsam sichtbar zu machen, was im Unternehmen vielleicht schon lange niemand mehr sieht.
Ich bringe Erfahrungen aus vielen Projekten und unterschiedlichen Unternehmen mit.
Ich stelle Fragen.
Ich bin jemand, mit dem Unternehmer ihre Gedanken und Entscheidungen durchdenken können.
Ich helfe dabei zu erkennen, wo sich bestimmte Probleme immer wiederholen und warum.
Ich gehe mit Unternehmern aus dem Detail heraus und wieder gezielt hinein.
Manchmal geht es dabei um Strategie.
Manchmal um Führung.
Manchmal um Prozesse.
Manchmal um Zusammenarbeit.
Und manchmal steht am Anfang einfach ein Satz wie:
„Das haben wir immer schon so gemacht.“
Dann würde ich gerne wissen:
„Ja. Aber wofür?“
Denn genau dort beginnt Veränderung.
Und manchmal beginnt dort auch richtig viel gespartes Geld.




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