Warum tue ich mir das eigentlich an?
- einfach.mike

- 17. Aug.
- 5 Min. Lesezeit
Manchmal schreibe ich einen Blogartikel und denke mir danach:
Warum tue ich mir das eigentlich an?
Wer wird das lesen?
Wer wird deswegen anrufen?
Wer wird daraus einen Auftrag machen?
Und dann veröffentliche ich ihn trotzdem.
Zu diesem Artikel hat mich übrigens Celine inspiriert.
Sie hat zur Blog-Parade aufgerufen und ich folge ihrem Ruf nur zu gern!
--> hier gehts zur Blog-Parade auf ihrer auch sonst sehr aufschlussreichen Seite [Link]
Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch aus deinem Unternehmen?
Du investierst Zeit und Energie – und weißt trotzdem nicht, ob es am Ende etwas bringt.
Dieses Gefühl kennen nicht nur Selbstständige.
Auch Unternehmer erleben Phasen, in denen sie sich fragen:
„Bringt das gerade überhaupt etwas?“
Denn wenn du darauf wartest, dass jede Anstrengung sofort einen sichtbaren Ertrag bringt, wirst du ziemlich schnell ungeduldig.
Ich kenne das.
Und ich habe gelernt, damit zu leben.
Ich mache das jetzt einfach einmal
Seit einiger Zeit teile ich regelmäßig Gedanken über meine Arbeit.
Nicht jeder Beitrag funktioniert. Nicht jede Idee wird gelesen.
Aber ich habe gelernt: Nicht alles muss sofort Wirkung zeigen.
Vor 8 Jahren hatte ich einen ziemlich klaren Plan
Nach 22 Jahren im Konzern wollte ich das, was ich dort gelernt hatte, für kleinere Unternehmen nutzbar machen.
Ich habe gelernt, wie Unternehmen funktionieren.
Und ich habe genauso oft erlebt, warum sie trotzdem nicht funktionieren.
Irgendwann wurde mir klar:
Das alles darf jetzt einfacher werden.
Genau daraus ist einfach.mike entstanden.
Der Grund ist heute noch exakt derselbe.
Und genau deshalb kommen Unternehmer heute zu mir.
Wenn ein Unternehmer nicht weiß, wie er eine schwierige Entscheidung treffen soll.
Wenn Führung plötzlich schwieriger wird.
Wenn das Unternehmen wächst und die bisherige Art zu führen nicht mehr funktioniert.
Wenn im Team etwas nicht stimmt, aber niemand genau sagen kann, was.
Oder wenn jemand einfach merkt: So wie bisher kann es nicht weitergehen.
Dann setzen wir uns zusammen.
Nicht, um möglichst schnell eine Antwort zu finden.
Sondern um herauszufinden, was eigentlich das Problem ist – und was du jetzt wirklich entscheiden oder verändern musst.
Wir schauen gemeinsam hin.
Wir stellen Fragen.
Wir sortieren.
Wir machen Dinge einfacher.
Und dann gehst du wieder selbst weiter.
Das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Gründe, warum ich mir das alles immer noch antue.
Was würde ich vermissen, wenn ich wieder angestellt wäre?
Meine Freiheit.
Die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, mit wem ich arbeite.
Die Vielfalt.
Diese Freiheit bedeutet für mich auch, dass ich mir die Zeit nehmen kann, wirklich hinzuschauen, wenn ein Unternehmer mit einem Problem zu mir kommt.
Heute sitze ich mit einem Unternehmer über einer strategischen Entscheidung.
Morgen geht es um Führung.
Übermorgen vielleicht um einen Konflikt im Team.
Dann wieder um einen Workshop.
Oder um einen Geschäftsführer, der gerade merkt, dass sein Unternehmen schneller wächst als seine eigene Rolle.
Genau diese Mischung liebe ich.
Und natürlich liebe ich die Momente, in denen irgendwann dieser Satz kommt:
„Mike, das hat tatsächlich etwas verändert.“
Manchmal kommt er direkt.
Manchmal Wochen später.
Manchmal Monate später.
Und manchmal völlig unerwartet.
Das sind die Momente, für die ich das mache.
Wirkung hat manchmal eine ziemlich lange Leitung
Das ist übrigens auch etwas, das ich über Beratung gelernt habe.
Du kannst einen Menschen drei Stunden begleiten und hast am Ende vielleicht das Gefühl, es sei gar nicht so viel passiert.
Dann kommt Monate später eine Nachricht.
„Ich musste letztens an unser Gespräch denken.“
Und plötzlich merkst du:
Und plötzlich merkst du:
Das Gespräch hat etwas verändert.
Nicht sofort.
Aber im Hintergrund.
Das gefällt mir.
Meine Arbeit muss nicht unbedingt sofort spektakulär aussehen.
Sie soll wirken.
Am liebsten so, dass Menschen irgendwann merken:
„Moment. Das mache ich inzwischen anders.“
Eine gute Lösung muss so einfach sein, dass du sie später ohne mich anwenden kannst.
Eine Methode, die niemand versteht, wird nicht angewendet.
Eine Methode, die man sich merken kann, landet irgendwann im Alltag.
Und dort entsteht Veränderung.
Der Preis der Freiheit
Selbstständigkeit hat einen Preis.
Bei mir heißt dieser Preis Unsicherheit.
Selbstständigkeit hat mir auch etwas Wichtiges beigebracht:
Unsicherheit verschwindet nicht, nur weil man mehr Erfahrung hat.
Man lernt, mit ihr umzugehen.
Einzelunternehmer, aber nicht alleine
Ich habe das Glück, Menschen um mich zu haben, die mir ehrlich sagen, was sie sehen – auch wenn ich es selbst gerade nicht sehen will.
Diese Außensicht ist unbezahlbar.
Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum ich heute selbst so gerne diese Rolle für Unternehmer übernehme.
Jemanden zu haben, der nicht mitten im Problem steckt.
Jemanden, der zuhört, Fragen stellt und auch einmal sagt:
„Schau noch einmal anders hin.“
Meine größte Freiheit?
Ich darf Nein sagen.
Das klingt banal.
Ist es aber überhaupt nicht.
Gerade in schwierigen Zeiten ist ein Auftrag schnell einmal ein Auftrag.
Und trotzdem habe ich irgendwann gelernt:
Ein Auftrag muss zu mir passen.
Wir müssen zueinander passen.
Die Herausforderung muss zu mir passen.
Und ich muss das Gefühl haben, dass ich wirklich Wirkung erzeugen kann.
Diese Freiheit möchte ich nie wieder hergeben.
Denn Beratung funktioniert über Vertrauen.
Beidseitig.
Wenn ich schon im ersten Gespräch merke, dass die Zusammenarbeit wahrscheinlich nicht funktionieren wird, dann sage ich das.
Das ist vielleicht kurzfristig weniger Umsatz.
Langfristig ist es eine der wichtigsten Entscheidungen für meine Arbeit.
Und dann kommt das echte Leben
Das Interessante an dieser ganzen Geschichte ist:
Die digitalen Zahlen erzählen mir oft eine andere Geschichte als das echte Leben.
Likes, Impressionen und Reichweite, alles schön und gut, alles messbar.
Und manchmal ziemlich ernüchternd.
Dann steht plötzlich jemand beim Einkaufen neben mir und sagt:
„Du, Mike. Ich habe deinen Artikel gelesen.“
Oder jemand spricht mich bei einer Veranstaltung an.
Oder ein Unternehmer erzählt mir, dass er einen Podcast gehört hat.
Und dann denke ich mir:
Da ist sie ja. Die Wirkung.
Sie war die ganze Zeit da.
Nur nicht dort, wo ich sie gerade gesucht habe.
Das echte Leben ist meine wichtigste Statistik.

Warum tue ich mir das eigentlich an?
Weil ich Menschen mag.
Weil ich Unternehmen spannend finde.
Weil ich gerne Dinge verstehe.
Weil ich gerne Fragen stelle.
Weil ich gerne sehe, wenn jemand plötzlich einen anderen Blick auf sein eigenes Problem bekommt.
Weil ich die Freiheit liebe.
Weil ich dankbar bin für das, was ich in 22 Jahren Konzern gelernt habe.
Und weil es echt schön ist, wenn aus einer Idee irgendwann Wirkung wird.
Vielleicht ist das überhaupt eine der wichtigsten Erkenntnisse meiner bisherigen Selbstständigkeit:
Du bekommst die Wirkung deiner Arbeit manchmal viel später, als du sie erwartest.
Das gilt für Beratung.
Das gilt für Führung.
Das gilt für Content.
Das gilt für Beziehungen.
Und wahrscheinlich für ziemlich vieles im Leben.
Wenn du gerade feststeckst
Vielleicht kennst du gerade dieses Gefühl:
Du weißt, dass sich etwas verändern muss.
Aber du weißt noch nicht genau was.
Du hast schon darüber gesprochen.
Du hast schon darüber nachgedacht.
Vielleicht hast du sogar schon Lösungen ausprobiert.
Und trotzdem kommst du nicht wirklich weiter.
Dann brauchst du vielleicht nicht noch eine Antwort.
Vielleicht brauchst du jemanden, der mit dir die richtige Frage stellt.
Bei einfach.mike geht es selten darum, dir die nächste schlaue Antwort zu geben.
Wir schauen gemeinsam hin.
Wir stellen Fragen.
Wir sortieren.
Wir machen Dinge einfacher.
Und dann gehst du wieder selbst weiter.



Hi Mike, so schön, dass Du an der Blogparade teilgenommen hast! Ich kann Dein Warum sehr gut verstehen. Mir ging es nach 18 Jahren im Konzern genauso ;-) Spannend, dass Du Selbständige und Unternehmer unterscheidest! Das sehen nicht alle so. Darüber könnten wir uns wirklich mal unterhalten!
Liebe Grüße Céline