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„Houston, wir haben ein Problem!“

Diesen Satz kennt jeder.

Berühmt geworden durch den Film Apollo 13

– und auch wirklich (fast so) ausgesprochen bei der realen Apollo 13 Mission im April 1970.


Ohne zu Beschönigen hat der Astronaut Jim Lovell die Realität auf den Tisch gelegt.

Und genau deshalb wurde diese Mission am Ende ein Erfolg.

Weil etwas grob schief ging und das auch benannt wurde, konnte das schwerwiegende Problem erst wirklich gelöst werden.


Und dann sitzt du vor dem Fernseher…

Ich bin mitten in der Nacht vor dem Fernseher gesessen.

Die Rückkehr der Astronauten der Artemis II Mission hielten mich und meinen Sohn gefesselt.

Die Kapsel tritt in die Atmosphäre ein: Hitze, Geschwindigkeit, Risiko, Funkstille, Spannung pur.


Und dann öffnen sich planmäßig die Fallschirme, am Funk melden sich die Astronauten, Landung.

Erleichterung. Präzision. Teamarbeit auf höchstem Niveau.

Die unfassbar gute Vorbereitung auf allen Ebenen der Mission hat sich bezahlt gemacht.


Was mich dabei nicht losgelassen hat:

Dort oben gibt es keine Ausreden, keine „schnellen Lösungen“, kein Eingreifen von Außen.

Ein Problem wird dafür schon vorher gelöst. Oder es wird lebensgefährlich.


Und jetzt zurück zu deinem Alltag

Kunde ruft an, Mitarbeiter krank, Material fehlt.

Du als Chef sagst natürlich: „Passt, ich regle das schnell.“


Du organisierst, Du telefonierst, Du löschst das Feuer.


Du hast das Problem gelöst. Wieder mal.

Nein. Hast du nicht.

Du hast es beruhigt, du hast es verschoben, du hast es verpackt.

Und morgen steht es wieder vor dir.


Die unbequeme Wahrheit

Die meisten Probleme werden nicht gelöst, sie werden verwaltet.

Du verschiebst Termine, du beruhigst Kunden, du erklärst Fehler weg, du improvisierst Lösungen.

Das fühlt sich produktiv an, vielleicht sogar gut.

Ist es aber nicht.


Die Zahl, die wehtut: Houston, wir haben ein Problem!

Studien zeigen, dass rund 70–80 % aller Probleme nur oberflächlich behandelt werden.


Das bedeutet:
Dein Stress ist kein Zufall. Er ist dein System.


Löse jedes Problem - 5 mentale Modelle, die jeder Chef draufhaben sollte
Löse jedes Problem - 5 mentale Modelle, die jeder Chef draufhaben sollte

5 Modelle, die dein Denken verändern (wenn du den Mut hast)

Diese fünf Werkzeuge habe ich aus Projekten, aus Gesprächen und aus vielen eigenen Fehlern mitgenommen.


Sie funktionieren. Wenn du sie wirklich nutzt.


1. Pre-Mortem Analyse – Denk ans Scheitern, bevor es passiert

Es gibt ein echtes Problem. Und dann fragst du: 5x Warum?

So fühlst du dem Kern des Problems auf den Zahn, so findest du Ursachen.


2. Die 5-Whys Methode – Geh endlich tiefer

Du stellst fünfmal die Frage „Warum?“.

Ein Beispiel aus der Praxis: Der Umsatz ist unter Plan. Die Verkäufe sind zu niedrig. Die Zielgruppe passt nicht. Das Produkt wurde nicht validiert. Es wurden Annahmen getroffen statt Daten genutzt.

Jetzt bist du an der Ursache.


3. Entscheidungsbaum – Denk Konsequenzen zu Ende

Du visualisierst deine Optionen. Du machst Risiken sichtbar. Du bewertest Ergebnisse.

Plötzlich wird klar, welche Entscheidung wirklich Sinn macht.


4. Rapid SWOT – Ehrlichkeit bringt Klarheit

Du analysierst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.

Die meisten scheitern an den Schwächen, weil sie nicht hinschauen wollen.

Genau dort liegt dein Fortschritt.


5. Wirkung-Aufwand-Matrix – Hör auf, dich selbst zu beschäftigen

Du bewertest deine Aufgaben nach Wirkung und Aufwand.

Du erkennst sofort, was dich weiterbringt. Und was dich nur beschäftigt.

Ein Teil deiner Arbeit gehört konsequent gestrichen.


Warum das alles nichts bringt, wenn du so weitermachst

Du kannst jedes Modell kennen.

Aber wenn du weiterhin nur reagierst, keine Zeit für echte Analyse einplanst und alles selbst entscheidest, bleibt alles gleich.


Der eigentliche Unterschied

Bei Apollo 13 Mission ging es nicht nur darum, schnell zu reagieren.

Es ging darum, das Problem zu erfassen (5x Warum?), es richtig durchzudenken.

Genau das fehlt in vielen Unternehmen.


Fazit: Du hast kein Problemlöse-Problem. Du hast ein Denkproblem.

Solange du Probleme schnell lösen willst, wirst du sie nie wirklich lösen.

Echte Lösungen brauchen Klarheit. Echte Lösungen brauchen Struktur. Echte Lösungen brauchen Mut.


Was kannst du also tun?

Denk an dein größtes wiederkehrendes Problem.

Und dann stell dir eine einfache Frage:

Habe ich es wirklich gelöst – oder nur beruhigt?


Wenn du bereit bist, tiefer zu gehen:

Lass uns gemeinsam den Knoten aufmachen.


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