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Umgang mit Widerständen: Was steckt wirklich dahinter?

vor 13 Minuten
4 Min. Lesezeit

Du kündigst eine Veränderung an.

Jemand verschränkt die Arme und sagt:
„Das haben wir noch nie so gemacht.“

Oder niemand sagt etwas – und trotzdem passiert nichts.


Dein erster Gedanke: Da blockiert jemand.

Doch bevor du den Druck erhöhst oder entnervt aufgibst, lohnt sich eine andere Frage: Was macht diese Veränderung für mein Team schwierig?

Widerstand kann bedeuten, dass jemand etwas Bewährtes schützen möchte, sich Sorgen um die Zukunft macht oder nicht versteht, warum die Veränderung nötig ist. Manchmal steckt auch schlicht fehlende Bereitschaft dahinter.

Wenn du herausfinden willst, was los ist, musst du zuerst zuhören.


Wenn eine neue Teamleitung alles verändert

Vor Kurzem hat sich eine Führungskraft bei mir gemeldet, die vor einem Wechsel in ihrem Team stand.

Bisher liefen viele Fragen und Entscheidungen über eine einzige Teamleitung.

Die Mitarbeitenden waren es gewohnt, sich an dieser Person zu orientieren.


Nun sollte eine neue Leitung übernehmen.

Die Führungskraft beschäftigten drei Fragen:

Warum fragen die Mitarbeitenden so viel nach?

Werden sie die neue Leitung herausfordern?

Und wie lässt sich der Wechsel gestalten, ohne dass der Arbeitsalltag darunter leidet?


Die bisherige Teamleitung hatte unerwünschtes Verhalten trotz mehrerer Gespräche nicht verändert. Schließlich fiel die Entscheidung, sich zu trennen. Sie war nicht spontan getroffen worden, sondern das Ergebnis einer längeren Auseinandersetzung.


Jetzt steht das Team vor einer neuen Situation.

Und genau darin liegt eine Chance:

Wenn nicht mehr jede Frage und jede Entscheidung über eine einzige Person laufen soll, muss das Team lernen, mehr selbst zu entscheiden.


Das geht allerdings nicht automatisch.

Wer jahrelang gewohnt war, bei Unsicherheit nach oben zu fragen, wird dieses Verhalten nicht von heute auf morgen ablegen.


Widerstand verstehen, statt ihn sofort zu bekämpfen

Wenn Mitarbeitende bei der neuen Leitung häufig nachfragen, kann das wie mangelnde Selbstständigkeit wirken.


Vielleicht wissen sie aber schlicht nicht, was sie selbst entscheiden dürfen.

Vielleicht fehlen klare Absprachen.

Oder sie wollen erst herausfinden, wie die neue Leitung mit Fehlern und schwierigen Situationen umgeht.


Anstatt das Verhalten vorschnell zu bewerten, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Du könntest zum Beispiel fragen:
  • Welche Entscheidungen könnt ihr selbst treffen?

  • Bei welchen Themen braucht ihr eine Freigabe?

  • Was ist für euch am Wechsel noch unklar?

  • Was muss sich ändern, damit ihr eure Aufgaben gut erledigen könnt?


Solche Fragen machen sichtbar, wo Orientierung fehlt und welche Unterstützung gebraucht wird.

Natürlich bedeutet Zuhören nicht, dass du jeden Wunsch erfüllen oder jede Entscheidung neu verhandeln musst.

Als Führungskraft darfst du eine Richtung vorgeben.

Wichtig ist, dass du erklärst, was feststeht, wo das Team mitgestalten kann und warum du dich so entscheidest.


Fünf Schritte für einen besseren Umgang mit Widerständen


1. Sprich an, was du beobachtest.

Statt jemandem zu unterstellen, er wolle blockieren, sag lieber: „Ich merke, dass dieser Wechsel Fragen aufwirft. Was beschäftigt dich daran?“

So eröffnest du ein Gespräch, ohne die Person gleich in die Defensive zu bringen.


2. Frage nach den Bedenken.

Höre zu, bevor du erklärst, warum deine Entscheidung richtig ist. Vielleicht erfährst du von einem Risiko, das du bisher nicht gesehen hast. Vielleicht wird auch deutlich, dass jemand vor allem Sicherheit braucht.


3. Erkläre, was sich ändert – und was bleibt.

Menschen können Veränderungen besser einordnen, wenn sie wissen, worauf sie sich einstellen müssen. Mach deutlich, welche Abläufe bestehen bleiben, welche Entscheidungen künftig anders getroffen werden und was du vom Team erwartest.


4. Kläre Zuständigkeiten.

Wenn die neue Teamleitung Verantwortung übernehmen soll, muss klar sein, welche Entscheidungen bei ihr liegen und was das Team selbst regeln kann. Sonst bleibt alles beim Alten, obwohl sich die Person an der Spitze geändert hat.


5. Bleib verlässlich und triff Entscheidungen.

Nicht jeder Konflikt lässt sich auflösen. Wenn du zugehört, Fragen geklärt und Unterstützung angeboten hast, kann trotzdem eine Entscheidung nötig sein. Erkläre sie nachvollziehbar und halte dich an die Vereinbarungen.


Widerstand ernst zu nehmen bedeutet nicht, endlos zu diskutieren.

Es bedeutet, die Menschen einzubeziehen und gleichzeitig Verantwortung zu übernehmen.


Die Energie des Widerstands nutzen!
Die Energie des Widerstands nutzen!

Wie ein Team-Tag den Wechsel unterstützen kann

Bei dem beschriebenen Führungswechsel könnte ein gemeinsamer Team-Tag helfen.


Dabei würde das Team gemeinsam klären:
  • Was erwartet die neue Leitung von den Mitarbeitenden?

  • Was braucht das Team von der neuen Leitung?

  • Welche Entscheidungen können künftig selbst getroffen werden?

  • Wann muss jemand informiert oder einbezogen werden?

  • Wie sprechen wir Probleme an, bevor sie größer werden?


Am Ende sollten konkrete Vereinbarungen stehen, die alle im Arbeitsalltag nutzen können.

Die neue Leitung bekommt dadurch einen klareren Start.

Das Team weiß besser, woran es sich orientieren kann.

Und die Führungskraft, die den Wechsel begleitet, erhält ein klareres Bild davon, wo noch Unterstützung nötig ist.


Ob das im konkreten Fall der richtige nächste Schritt ist, muss sich im Gespräch mit den Beteiligten zeigen. Entscheidend ist, nicht einfach eine neue Person einzusetzen und zu hoffen, dass sich dadurch alles von selbst verändert.


Wenn du mit Widerständen nicht weiterkommst

Veränderungen bringen Fragen, Unsicherheit und manchmal auch Konflikte mit sich.

Das ist nicht automatisch ein Zeichen für schlechte Führung.

Entscheidend ist, wie dein Umgang mit Widerständen aussieht.


Als Sparringspartner helfe ich dir, schwierige Situationen aus einer anderen Perspektive zu betrachten und konkrete nächste Schritte zu entwickeln.

Je nach Anliegen kann das ein Einzelgespräch sein, ein Team-Tag zur Klärung der Zusammenarbeit oder die Begleitung eines Führungswechsels.


Im ersten, unverbindlichen Gespräch klären wir, was dich gerade beschäftigt und welche Unterstützung sinnvoll sein könnte.


Eine Frage zum Mitnehmen:

Wer widerspricht in deinem Team gerade besonders deutlich – und was solltest du verstehen, bevor du entscheidest, wie es weitergeht?


Du erreichst mich unter mike@einfachmike.at.

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