Was ist Zeit? Lektionen von den alten Griechen – und was wir davon heute fürs Zeitmanagement lernen können.
- einfach.mike

- 31. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Der 31. Dezember ist traditionell ein Tag der Rückschau.
Ein Tag, an dem wir spüren, dass Zeit ein kostbares Gut ist. Besonders im Handwerk – einer Welt, in der jede Stunde zählt und jeder Handgriff seine Zeit braucht.
Doch was ist Zeit eigentlich?
Schon die alten Griechen wussten, dass sie mehr ist als Zeiger auf einer Uhr.
Sie unterschieden drei Zeitqualitäten, die wir heute fast vergessen haben – Konzepte, die Führungskräften und Unternehmer*innen im Handwerk wertvolle Orientierung bieten können:
Chronos, Kairos und Äon.
Chronos – die messbare Zeit (und warum sie nicht alles ist)
Chronos ist die Zeit, die wir zählen: 8 Stunden, 40 Stunden, Termine, Deadlines.
Im Handwerk bedeutet Chronos:
Materiallieferung planen
Arbeitszeiten koordinieren
Rechnungen, Angebote, Aufträge im Griff haben
Kostenkontrolle halten
Chronos ist notwendig, weil er Strukturen schafft.
Ohne Chronos keine Fertigstellung, kein Lohn, keine Organisation.
Chronos brauchen wir im Zeitmanagement - aber da ist noch mehr!
Aber: Chronos kann uns auch auffressen.
Wenn jede Minute durchgetaktet ist, bleibt kein Raum mehr für Entwicklung.
Kairos – der richtige Moment (und warum er heute wichtiger ist als je zuvor)
Kairos war für die Griechen der entscheidende Augenblick – der Moment, den man erkennen und nutzen muss.
Im Handwerksbetrieb bedeutet Kairos:
den perfekten Zeitpunkt sehen, ein Angebot zu setzen,
Innovation zu wagen, wenn niemand damit rechnet,
einen Trend früher als andere bemerken,
oder als Chef die richtigen Personen für die richtigen Aufgaben erkennen.
Kairos bringt das Unternehmerische ins Handwerk:
Wer Chancen erkennt und ergreift, gewinnt Zeit.
Wer sie verschläft, verliert Zukunft.
Wer sie sich nicht nimmt, versäumt die Gelegenheit.
Äon – die tiefe Zeit (und warum Handwerk immer langfristig denken muss)
Äon beschreibt die große Zeitspanne – Generationen, Tradition, Weitergabe.
Viele Handwerksbetriebe leben genau davon:
Lehrlinge ausbilden
Wissen weitergeben
Marken aufbauen
Strategien nachhaltig ausrichten
Verantwortung für nächste Generationen übernehmen
Äon steht für:
Nicht nur an Stunden zu denken, sondern an Menschen.
Nicht nur die Deadline sehen, sondern das Lebenswerk.
Einen Baum pflanzen, in dessen Schatten man nie selbst sitzen wird.
Und dieser Gedanke passt perfekt zum Jahreswechsel:
Es geht um Richtung, nicht nur Geschwindigkeit.
8 praktische Strategien für ein neues Zeitdenken
Rückwärts planen (Chronos stärken)
Fixe Endpunkte festlegen – dann Schritte nach hinten aufrollen.
Chance bewusst suchen (Kairos leben)
Einmal pro Woche 30 Minuten: „Wo steckt die Gelegenheit?“
Zukunft im Kalender verankern (Äon denken)
Alle drei Monate: strategischer Tagesworkshop.
Delegieren, statt nur zu arbeiten
Zeit gewinnen durch Vertrauen.
Zeitdiebe identifizieren
Unterbrechungen und Multitasking killen Produktivität.
Pausen stärken
Wer keine Pause macht, verliert Qualität.
Digitale Tools nutzen
Projektplanung, Kommunikation, Zeiterfassung – alles im Handy.
Weiterbildung einplanen
Kompetenz schafft Geschwindigkeit.
Warum dieser Artikel zum Jahresende?
Weil der 31.12. uns zwingt, auf die Uhr zu schauen –und gleichzeitig innezuhalten.
Wir wechseln die Jahreszahl, aber nicht die Zeit.
Chronos tickt weiter.
Kairos wartet auf den richtigen Moment.
Äon schaut uns beim Bauen über die Schulter.
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis:
Unsere Beziehung zur Zeit bestimmt unser Verhältnis zum Erfolg.
Fazit
Wer im Handwerk im neuen Jahr gut starten will, sollte drei Dinge bedenken:
Chronos kontrolliert den Alltag.
Kairos entscheidet über Wachstum.
Äon gestaltet Zukunft.
Zeit ist nicht nur eine Ressource.
Zeit ist eine Haltung.
Und Sylvester ist ein guter Zeitpunkt, diese Haltung für das neue Jahr zu überdenken.
Daher im neuen Jahr: Zeitmanagement wie bei den alten Griechen.





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