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Dein Team hört dich – aber warum passiert trotzdem nichts? So kannst du erfolgreich Erwartungen klären

vor 6 Tagen
4 Min. Lesezeit

Du sagst am Montag, was du brauchst.

Am Freitag ist noch immer nichts passiert.

Dein Team ist engagiert, arbeitet zuverlässig und erledigt Kundenaufträge pünktlich. Warum bleibt ausgerechnet deine Bitte liegen?

Vielleicht liegt es nicht am fehlenden Einsatz. Vielleicht war für dich klar, was du wolltest – aber nicht, wer die Aufgabe übernehmen sollte und wie sie ins Team gelangen musste.


Wenn eine Bitte nicht als Auftrag ankommt

Vor Kurzem hat mir ein Unternehmer, den ich schon länger begleite, genau diese Frage gestellt. Er hatte zu Wochenbeginn eine interne Aufgabe angesprochen. Bis Freitag war sie nicht erledigt. Er wollte wissen, was er jetzt tun sollte.


Das Unternehmen hat einen klaren Ablauf für Kundenaufträge. Jeder weiß, welche Aufgaben zu erledigen sind, wer dafür zuständig ist und wie die Arbeit organisiert wird. Das funktioniert seit Jahren sehr gut.

Nur die Bitte des Chefs lief an diesem Ablauf vorbei.


Er wusste genau, was er wollte. Doch niemand war ausdrücklich mit der Aufgabe beauftragt worden. Es gab keinen klaren Verantwortlichen und keinen festgelegten Weg, über den die Aufgabe ins Team gelangte.

Die Mitarbeitenden machten also das, was sie gelernt hatten: Sie kümmerten sich zuverlässig um die Aufträge, die im vorgesehenen Ablauf bei ihnen ankamen.


Das Problem war nicht, dass niemand arbeiten wollte.

Das Problem war, dass die Aufgabe nicht so übergeben wurde, wie es im Unternehmen üblich war.

Dein Team kann nicht in deinen Kopf schauen


Ich vergleiche das gern mit einem Radio.

Dein Team hört auf Ö3, weil dort alle wichtigen Informationen für die tägliche Arbeit ankommen. Du sendest deine Bitte aber auf Radio Tirol.


Du hast deine Botschaft ausgesendet. Nur hört sie dort niemand, wo die Arbeit organisiert wird.

Die Lösung für meinen Kunden war deshalb überraschend einfach: Seine interne Aufgabe sollte genauso erfasst und eingeplant werden wie ein Kundenauftrag.

So war klar, wer sich darum kümmert, wann die Aufgabe erledigt werden soll und wo sie im Arbeitsablauf steht.


Das nutzt, was im Unternehmen bereits gut funktioniert, statt einen zusätzlichen Weg einzuführen.

Allerdings braucht es dafür auch die Bereitschaft, eigene Aufgaben verbindlich einzuplanen. Als Chef sollte ich nicht erwarten, dass meine Anliegen automatisch Vorrang haben, nur weil sie von mir kommen.


Vier Fragen, die Missverständnisse verhindern

Du musst dafür kein neues System einführen. Wenn dir eine Aufgabe wichtig ist, kläre vorab vier Dinge:


1. Wer ist verantwortlich?

Nenne eine konkrete Person. „Könnt ihr euch darum kümmern?“ klingt freundlich, lässt aber offen, wer tatsächlich den nächsten Schritt macht.


2. Was genau soll erledigt werden?

Beschreibe das gewünschte Ergebnis. Soll jemand Informationen sammeln, einen Vorschlag erstellen oder bereits eine Entscheidung treffen?


3. Bis wann wird das Ergebnis gebraucht?

„Bald“ und „möglichst schnell“ bedeuten nicht für alle dasselbe. Ein konkreter Termin hilft deinem Team, die Aufgabe einzuplanen.


4. Wie stellen wir sicher, dass der Auftrag angekommen ist?

Frage kurz nach: „Was hast du verstanden, und brauchst du noch etwas von mir?“

Damit prüfst du, ob ihr dasselbe meint. Gleichzeitig kann dein Gegenüber offene Fragen stellen, bevor die Arbeit beginnt.


Ein Beispiel:

Statt „Wir sollten uns nächste Woche um die neue Einschulung kümmern“ sagst du:

„Anna, bitte erstelle bis Mittwoch einen Vorschlag für die Einschulung neuer Mitarbeitender. Wir besprechen ihn am Donnerstag. Wenn dir dafür Informationen fehlen, melde dich bitte bis Dienstag.“

Jetzt ist klar, wer was bis wann erledigen soll.


Erwartungen klären und Ergebnisse bekommen!
Erwartungen klären und Ergebnisse bekommen!

Klare Erwartungen sind kein Zeichen von Misstrauen

Manchmal höre ich den Einwand: „Das muss mein Team doch selbst wissen.“

Doch auch gute Mitarbeitende können nicht zuverlässig erfüllen, was nie klar vereinbart wurde. Sie haben ihre eigenen Aufgaben, Prioritäten und Vorstellungen davon, was wichtig ist.


Wenn du Erwartungen aussprichst, zeigst du Respekt vor ihrer Zeit und ihrer Arbeit. Du machst es leichter, Verantwortung zu übernehmen, statt Menschen mit unausgesprochenen Annahmen allein zu lassen.


Das gilt übrigens auch umgekehrt: Wenn du einen Auftrag bekommst und nicht genau weißt, was erwartet wird, frage nach.

Wer das gewünschte Ergebnis, den Termin oder die Zuständigkeit klärt, verhindert unnötige Arbeit und spätere Enttäuschungen.

Du musst nicht jede Kleinigkeit bis ins Detail regeln. Entscheidend ist, bei wichtigen Aufgaben Klarheit zu schaffen.


Was, wenn es trotzdem nicht funktioniert?

Wenn Aufgaben trotz klarer Absprachen regelmäßig liegen bleiben, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Ist die Person überlastet? Fehlen Informationen oder Entscheidungsbefugnisse? Gibt es widersprüchliche Prioritäten? Oder ist tatsächlich unklar, wer Verantwortung übernimmt?

Nicht jedes Problem lässt sich durch bessere Kommunikation lösen. Aber klare Absprachen helfen dir, die eigentliche Ursache zu erkennen, statt dich über fehlenden Einsatz zu ärgern.


Erwartungen klären – gemeinsam statt gegeneinander

Wenn in deinem Unternehmen häufig Aufgaben liegen bleiben, Zuständigkeiten unklar sind oder unterschiedliche Vorstellungen unausgesprochen bleiben, unterstütze ich dich dabei, diese Punkte sichtbar zu machen.


Dann schaffen wir einen Rahmen, in dem Teams klären können, wer was von wem erwartet, wo Missverständnisse entstehen und was sich in der Zusammenarbeit ändern sollte.

Manchmal reicht eine klare Vereinbarung. Manchmal braucht es einen genaueren Blick auf die Abläufe und die Zusammenarbeit im Unternehmen.


Wenn du herausfinden möchtest, was bei dir dahintersteckt, melde dich bei mir unter mike@einfachmike.at. Wir besprechen, wo du gerade stehst und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

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