„Ich bin total fertig…“ und der Besuch der Alten Dame auch.
- einfach.mike

- 17. März
- 3 Min. Lesezeit
Diesen Satz habe ich in den letzten Wochen öfter gesagt.
Nicht im Büro, nicht nach einem Arbeitstag.
Nach einem Abend auf der Bühne.
160 Stunden, 35 Proben, 15 Vorstellungen.
So viel Zeit haben wir gemeinsam mit Regisseur Markus Plattner investiert, um die Geschichte von Friedrich Dürrenmatt und seinem Stück Der Besuch der alten Dame im Theater im Lendbräukeller auf die Bühne zu bringen.
Letzte Woche haben wir vier Vorstellungen gespielt.
Vier! In einer Woche.
Das ist kein Hobby mehr, das ist fast ein Profi-Engagement.
Und ja: Das kostet Kraft.
Warum ich es trotzdem jederzeit wieder tun würde
Wenn man mitten in so einer Produktion steckt, fragt man sich manchmal:
Warum eigentlich?
Warum investieren Menschen hunderte Stunden ihrer Freizeit in Theater?
Warum lernen sie Texte?
Warum proben sie Abende lang?
Warum stehen sie Woche für Woche auf einer Bühne?
Die Antwort ist simpel.
Weil es wirkt.
Die erfolgreichste Produktion in 26 Jahren
Das Stück wurde zur erfolgreichsten Produktion in der Geschichte des Theaters.
15 vollständig ausverkaufte Abende.
Eine Wiederaufnahme im Oktober ist bereits geplant.
Fürs Theater ist das außergewöhnlich.
Und gleichzeitig ein klares Zeichen:
Theater lebt.

Und zwar stärker, als viele glauben.
Parallel zu unserer Produktion lief auch Romeo und Julia vom Theater ohne Pölz im Gleis4.
Auch dort: fast immer ausverkauft, Zusatzvorstellungen, volle Vorstellungen.
Theater funktioniert.
In Schwaz, in Tirol, in Österreich.
Und zwar richtig gut.

Warum die Schülervorstellungen so wichtig sind
Besonders gefreut haben mich zwei Vorstellungen, unsere Schülervorstellungen.
Denn Theater braucht eines:
Nachwuchs.
Die jungen Menschen müssen diese Energie einmal erleben.
Damit dieses Feuer überspringen kann.
Denn Kultur lebt nicht von Förderungen.
Sie lebt davon, dass Menschen berührt werden.

Laientheater – aber bitte professionell
Der Begriff „Laientheater“ führt übrigens oft in die Irre.
Denn was auf der Bühne passiert, ist alles andere als amateurhaft.
160 Stunden Arbeit, monatelange Proben.
Ein Regisseur, der präzise arbeitet.
Ein Ensemble, das sich gegenseitig fordert.
Das Ergebnis: Professionelle Qualität.
Mit minimalem Budget und maximalem Einsatz.

Und genau hier wird es für mich spannend
Denn genau hier sehe ich die Verbindung zu meinem Beratungs-Geschäft.
Da draußen gibt es viele Angebote.
Viele Coaches, noch mehr Berater, noch viel mehr Programme.
Und natürlich auch viele, die behaupten, dass sie Unternehmen voranbringen.
Die spannende Frage ist aber:
Wer liefert wirklich?
Der Unterschied zwischen Versprechen und Wirkung
Viele Angebote da draußen funktionieren nach einem vielversprechenden Prinzip:
Skalieren, Marketing, noch mehr Marketing.
Und dann hoffen, dass der Kunde den Unterschied nicht merkt.
Das funktioniert erstaunlich oft.
Aber nicht dauerhaft.
Denn irgendwann entscheidet immer eine Sache:
Wirkung.
Die Parallele zu "Der Besuch der alten Dame"
Im Theater sieht man das sehr klar.
Produktionen, die liefern, haben Publikum.
Produktionen, die berühren, werden weiterempfohlen.
Produktionen, die wirklich gut sind, bestehen nebeneinander.
Sie ergänzen sich, sie inspirieren sich, sie befruchten sich.
Und sie müssen sich keine Gedanken über jene machen, die nur laut sind.
Der größte Denkfehler vieler Anbieter
Viele glauben, Konkurrenz sei das Problem.
Ist sie nicht.
Das eigentliche Problem ist fehlende Substanz.
Denn wenn du wirklich lieferst, passiert etwas Interessantes:
Du ziehst Menschen an, die genau das suchen.
Und plötzlich gibt es genug Platz für mehrere gute Angebote.
Mein Fazit aus 160 Stunden Theater
Diese Produktion hat mir wieder einmal gezeigt:
Leistung entsteht nicht durch große Versprechen.
Sondern durch:
Durchdachten Geschichten
Hingabe
Handwerk
und echte Zusammenarbeit
Das gilt im Theater.
Und es gilt genauso im Unternehmertum.

Die eigentliche Erkenntnis
Wenn du wirklich lieferst, passiert etwas Befreiendes:
Du musst dich nicht mehr mit denen vergleichen, die nur reden.
Denn am Ende entscheidet immer das Publikum.
Oder im Geschäft:
Der Kunde.
Vielleicht kennst du das auch?
Du gibst in deiner Arbeit alles.
Zeit, Energie und Gedanken.
Und manchmal bist du einfach nur:
„total fertig“.
Aber genau dort entsteht meistens die beste Arbeit.
Solange du für dich eine Frage beantworten kannst:
Wofür.
Die gute Nachricht: im Oktober spielen wir noch 6 Vorstellungen!
Wer es nicht geschafft hat, eine Karte zu ergattern, bitte hier entlang:
Schnell sein lohnt sich: es sind schon einige Vorstellungen ausverkauft!
















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